FRANZ MICHAEL FELDER AN KASPAR MOOSBRUGGER

lfndenr: 
152
15. August 1865

Lieber Freund!

Mein Bäschen Maria Anna Felder (Koarado Motol) wünschte sich vom Augenarzt Waibel operieren zu lassen. Sie ersuchte daher Dr. Walser, ihr sofort dessen Ankunft in Dornbirn mitzuteilen. Es scheint nun fast, ob Waiser auch das wie so manches andere vergessen habe. Ich ersuche Dich daher in ihrem Namen um baldige Antwort auf folgende Fragen:

1.            Wird der Operateur N. N., den man ja erwartete, kom­men?

2.            Wann?

3.            Ist er schon da?

4.            Würde, wenn er nicht kommt, Herr Waibel die Operation (Starstich) vornehmen, möchtest Du Dich ihm anvertrauen?

Das Bäsle würde nach München reisen, wenn in Dornbirn nichts zu erwarten wäre. Schreibe daher gef. so schnell, als es Dir möglich, und sende den Brief an mich, der vielleicht bald Vaterstelle an der Unglücklichen wird vertreten müssen. Dein Freund

Felder.

Blumenlese aus der heutigen Predigt

Der Leichnam der Gottesmutter hat daher den Tod  nicht geschaut.

Sorget daher vor allem dafür, daß die Seele gut sterbe.

In ihrem Grabe sah man nichts als Blumenduft.

usw. Wörtlich wahr!